Heute war dann auch gleich der zweite aber auch vorerste letzte Sightseeing-Tag in San Francisco.

Wir haben uns um 10:30 Uhr am Pier 41 getroffen. Da der doofe Caltrain und der noch doofere Bus im Berufsverkehr nicht so recht voran kamen, war ich erst gegen 11 Uhr da. Danach haben wir uns aber auch gleich mal Tandems ausgeliehen. Thomas war meine Base auf dem Rad. D.h. er saß vorne. Nach etwa 15 Minuten teils sehr lustiger Eingewöhnungszeit, weil man das Ding echt kaum lenken konnte, ging es dann auch los. Wir sind am Wasser entlang am Fort Mason vorbei Richtung Golden Gate Bridge gefahren.
Nach ein paar Metern hatten wir auch gleich die erste von vielen Begegnungen von teils einfach menschen-unwürdigen Steigungen. Wer sowas als Fahrradroute vorschlägt, sollte gezwungen werden die Strecken jeden Tag einmal zu fahren. Nach gut einer Stunde sonst gemütlichen Radelns (und lustiger Lenkaktionen :D) kamen wir dann aber doch an der Golden Gate Bridge an.
Bilder von der Golden Gate Bridge
Ziemlich schnell wurde uns bewusst, dass unser Tandem einfach zu groß für den schmalen Weg war. Aber vorallem haben die Leute einfach mal keinen Platz gemacht. Der Negativ-Rekord geht leider an die Asiaten. Aber vermutlich sind die es gewohnt, von Fahrradfahrern angerempelt zu werden. Mehr oder weniger schnell, mit anteiligen Schiebeaktionen, ging es dann über die Brücke. Doof wie deutsche Touristen muss man natürlich alle paar Meter ein paar Fotos machen und mal alles anfassen, was einen da so davon abhält nach unten zu fallen.

Endlich auf der anderen Seite haben wir am Vista Point eine kurze Pause eingelegt. Danach ging es dann auch schon zurück. Thomas wurde immer vertrauter mit dem Lenken und wir sind sogar an einer Stelle, wo die meisten sonst absteigen einfach todesmutig mit dem Tandem durchgeradelt. Klingt jetzt nicht so aufregend. Aber wäre uns in dem Moment auch nur ein Fußgänger entgegen gekommen, hätte es einen Unfall gegeben.

Auf der anderen Seite mussten wir uns dann kurz orientieren und sind dann mehr oder weniger direkt in Richtung Golden Gate Park gefahren. Obwohl namentlich identisch ist das quasi einmal durch die halbe Stadt. Natürlich auch wieder schön bergauf und -ab. Teils mussten wir dann auch schieben, weil es echt nicht mehr ging. Dafür ist das Presidio auch sehr schön und es dürfen dort auch nur wenige Autos fahren. Endlich im Park gab es erstmal eine längere Pause, wo wir wohl alle eingenickt waren. Gut, dass uns da keiner der Penner ausgeraubt hat. Ansonsten war der Park schon recht schön, nur die ganzen Autos haben genervt. Aber in Amerika ist ja alles mit dem Auto erreichbar.
Anschließend ging es Richtung Strand. Auf kleinen Umweg über Safeway haben wir uns noch etwas zu Essen geholt und das dann erstmal in aller Ruhe am Strand vertilgt. Nach kurzer Diskussion über den Rückweg fanden wir auf einer der Karten einen zumindest eingezeichneten Weg. Dass das 10 Blocks mal mehr mal weniger bergauf waren, stand da leider nicht. Also wieder schön wie doof abstrampeln. Der weitere Weg führt uns dann am California Palace of the Legion of Honor vorbei. Immer wenn wir dachten, dass es jetzt nur noch bergab geht, wurden wir kurzerhand enttäuscht.

Aber letztendlich haben wir den Weg auch noch geschafft und konnten kurz vor 19 Uhr als letzte unsere Räder zurückgeben. $25 waren ein eigentlich recht fairer Preis, wenn man bedenkt, dass wir den ganzen Tag mit den Rädern unterwegs waren und auch viel gesehen haben. Das Wochenende werde ich jetzt in Mountain View verbringen und mich mal hier etwas einleben.

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